Journalisten von morgen über Journalisten von heute

Master Thesis

Sie haben mal wieder Lust, ein richtig spannendes Buch zu lesen? Sie suchen einen Opus, der alle bisherigen Schmöker der Weltliteratur in den Schatten seiner geballten Zeilenkunst stellt und in der Galaxie des geschrieben Wortes die Regeln für alle Zeit neu ordnen wird? Sie sehnen sich nach einem Machwerk voll packender und raffinierter Wendungen, voll fein ziseliertem Syntax und gravitätisch-zeitloser Charaktere, das jede Minute, in denen Sie sich die güldenen Zeilen dieser zu Papier gebrachten Stimme Gottes nicht einverleiben können, zur unerträglichen Qual werden lässt? Sie wollen nichts Geringeres als ein vom Schöpfer persönlich verfasstes Stück Offenbarung, geschrieben mit einer des heiligen Phoenixes entrissenen Feder, welches, sobald es in den irdischen Äther eindringen würde, die Bestsellerlisten der Welt über Monate – ach was sag' ich – über Äonen hinweg dominieren würde und sofort als neue Weltreligion der Menschheit Frieden auf Erden bringen würde?

Wenn Sie das alles suchen, dann sind Sie bei meiner Magisterarbeit absolut falsch – tut mir sehr leid. Wenn Sie aber auf der Suche nach profunden Informationen über das Image von Journalisten sind und wissen wollen, wie österreichische Nachwuchsjournalisten über Journalisten denken, dann sind Sie hier genau richtig.

 

 

368 Seiten, knapp 200 Quellen, 197 Kapitel und 83 Tabellen zu einem Thema, das die Welt bewegt:

"Journalisten von heute über Journalisten von morgen. Das Image von Journalisten aus Sicht von Studenten der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft im Vergleich." So lautet der Titel meiner Magisterarbeit, und auch wenn ich gerne damit kokettiere – so unspannend wie manche denken ist das Themenfeld gar nicht. Schließlich steht der Journalismus im Zuge der Digitalisierung nicht gerade auf sicheren Beinen, die Redaktionen sind auf einer nicht enden wollenden Abmagerungskur und trotzdem hat man gewisse Erwartungen an den Journalismus. Sie wissen schon, Demokratie aufrecht erhalten, Watchdog-Funktion einnehmen und so. Deswegen hab ich mir 183 interessierte Nachwuchsjournalisten geschnappt und diese auf Herz und Nieren befragt, welche Vorstellungen sie von Journalisten und Journalismus haben, wie sie deren Berufsalltag sehen und welche gesellschaftlichen Funktionen und beruflichen Fähigkeiten wahrgenommen werden.Im Vergleich mit anderen Studien wurde anschließend gezeigt, ob werdende Journalisten ein genaueres Bild vom Beruf Journalismus haben und ob sich das Image von Journalisten aus der Sicht der Studenten von dem der Gesamtbevölkerung unterscheidet. Und in aller Kürze zusammengefasst kann man sagen: nein, das Wissen um Journalisten und deren Berufsalltag ist nicht besonders ausgeprägt und das Image von Journalisten ist bei denen die es werden wollen negativer, als bei der restlichen Bevölkerung. Aber das können Sie natürlich alles selber nachlesen – vielleicht am Strand oder auf einer laaaaaangen Kreuzfahrt.